Kurz gesagt: Rund jede fünfte Person in der Schweiz hat Heuschnupfen. Wer früh mit der Behandlung beginnt und die Pollenprognose kennt, kommt meist besser durch die Saison.
Etwa 20 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz haben eine Pollenallergie. Die Hauptverursacher sind Gräser und Birken. Typisch sind Fliessschnupfen, Niesattacken, tränende und gerötete Augen sowie Juckreiz an Gaumen, Nase und Ohren. Die Beschwerden beginnen meist ab dem Schulalter.
Wann fliegen welche Pollen?
Der Beginn der Pollensaison schwankt von Jahr zu Jahr stark:
- Hasel und Erle können schon im Januar oder erst im März blühen.
- Birke: Blüte ab Mitte März bis Mitte April.
- Gräser: Die Saison kommt Anfang Mai in Fahrt und erreicht im Flachland Ende Mai bzw. Anfang Juni ihren Höhepunkt.
- Später im Jahr können Kräuter wie Beifuss und Ambrosia Beschwerden auslösen.
Die aktuelle Belastung zeigt MeteoSchweiz: Seit 2023 werden die Pollen automatisch gemessen, die Werte sind stündlich verfügbar. Die kostenlose App «aha! Pollen» zeigt die Belastung an Ihrem Ort mit einer Prognose für fünf Tage und warnt auf Wunsch am Vorabend.
Welche Medikamente helfen?
Es gibt Medikamente als Nasenspray, Augentropfen, Tabletten oder Tropfen. Die wichtigsten Wirkstoffgruppen sind Antihistaminika und kortisonhaltige Präparate.
- Antihistaminika wirken frühestens eine halbe Stunde nach der Einnahme. Die neueren Wirkstoffe machen in der üblichen Dosis meist nicht müde. Für gerötete, tränende Augen gibt es antihistaminhaltige Augentropfen.
- Kortisonhaltige Nasensprays wirken erst nach etwa zwei Stunden. Wenden Sie sie deshalb schon an, wenn Pollen erwartet werden, und regelmässig weiter.
- Abschwellende Nasensprays werden bei Heuschnupfen nicht empfohlen. Sie können nach ein paar Tagen die Schleimhaut schädigen und abhängig machen.
Welches Mittel zu Ihren Beschwerden passt, besprechen wir gerne mit Ihnen in der Apotheke.
Wann zur Ärztin oder zum Arzt?
Bei Beschwerden, die auf eine Pollenallergie hindeuten, empfiehlt aha! eine Abklärung bei einer Ärztin, einem Arzt oder in einer Allergologie-Praxis. Meist folgen Haut- und/oder Bluttests. Unbehandelter Heuschnupfen erhöht langfristig das Risiko für allergisches Asthma. Bei Atemnot oder pfeifender Atmung brauchen Sie rasch ärztliche Hilfe. Auch Gewitter in der Pollensaison können bei Allergikern einen Asthmaanfall auslösen.
Desensibilisierung
Die Desensibilisierung ist die einzige Behandlung, die an der Ursache ansetzt. Eine Allergologin oder ein Allergologe verordnet sie. Die Allergene werden entweder unter die Haut gespritzt oder als Tabletten bzw. Tropfen unter die Zunge gegeben. Bei Gräser-, Birken- und Ambrosiapollen ist die Wirksamkeit nachgewiesen.
Tipps für den Alltag
- Während der Pollensaison nur kurz lüften, lange Regenfälle für gründliches Lüften nutzen.
- Im Freien eine Sonnenbrille tragen.
- Zu Hause die Haare waschen und die Nase mit Salzlösung spülen.
- Wäsche nicht draussen trocknen.
- Im Auto einen Pollenfilter verwenden.
Quellen
- aha! Allergiezentrum Schweiz: Pollenallergie
- aha!: Behandlung von Atemwegsallergien
- aha!: Desensibilisierung
- pollenundallergie.ch: Pollenkalender
- MeteoSchweiz: Vorsicht bei Gewittern
Abgerufen am 12. Oktober 2026.

