Kurz gesagt: Medizinische Kompressionsstrümpfe helfen bei Venenleiden, Schwellungen und nach Operationen. Mit ärztlicher Verordnung übernimmt die Grundversicherung sie unter bestimmten Bedingungen.
Medizinische Kompressionsstrümpfe üben gezielt Druck auf die Beine aus. Sie werden bei Venenleiden, Schwellungen, nach einer Thrombose und nach Operationen eingesetzt. Bei Krampfadern gelten sie als Basisbehandlung.
Wann werden Kompressionsstrümpfe eingesetzt?
Die Mittel- und Gegenständeliste des BAG (MiGeL) nennt für Kompressionsstrümpfe der Klasse 2 unter anderem:
- venöse Beinbeschwerden und chronische venöse Insuffizienz
- Lymphödem (Grad 1)
- akute tiefe Beinvenenthrombose
- Ödeme aus internistischen Gründen, Inaktivitätsödeme und Schwellungen nach Verletzungen
- die Anwendung nach orthopädischen Eingriffen und nach Lymphknotenchirurgie
Nach den meisten Krampfaderbehandlungen werden Kompressionsstrümpfe getragen, um Schwellungen zu verhindern. Wie lange, legt das behandelnde Spital fest. Das Universitätsspital Zürich empfiehlt zum Beispiel zwei Wochen Tag und Nacht und weitere zwei Wochen tagsüber.
Kompressionsklassen
Die MiGeL unterscheidet Klasse 2 (23–32 mmHg) und die Klassen 3 und 4 (ab 34 mmHg). Es gibt Waden-, Halbschenkel- und Schenkelstrümpfe, Strumpfhosen und Armstrümpfe, jeweils als Serienfertigung oder nach Mass.
Richtig messen: am Morgen
Damit der Strumpf gut sitzt, sollten die Beine früh am Morgen vermessen werden, bevor sie im Lauf des Tages anschwellen. Wir nehmen in der Apotheke Mass für Kompressionsstrümpfe und geben Strümpfe von Sigvaris ab.
Anziehen und Pflege
- Ziehen Sie die Strümpfe morgens beim Aufstehen an und abends zum Schlafen aus, sofern Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nichts anderes verordnet.
- Rund 40 Prozent der Patientinnen und Patienten haben Mühe beim An- und Ausziehen. Gleitsocken und andere Anziehhilfen helfen. Es lohnt sich, das Anziehen im Fachgeschäft zu üben.
- Waschen Sie die Strümpfe jeden Abend aus. In ein trockenes Tuch gewickelt und ausgedrückt, trocknen sie aufgehängt bis zum nächsten Morgen.
Wer bezahlt die Strümpfe?
Die Grundversicherung übernimmt medizinische Kompressionsstrümpfe ab Klasse 2, wenn diese Bedingungen erfüllt sind:
- Eine Ärztin oder ein Arzt hat sie für eine Indikation verordnet, die in der MiGeL steht.
- Eine Abgabestelle mit Vertrag mit Ihrem Versicherer hat die Beine vermessen, die Strümpfe angepasst und Sie beraten. Selbst vermessene Strümpfe sind keine Pflichtleistung.
- In der Regel höchstens zwei Paar pro Jahr, nach orthopädischen Eingriffen und Lymphknotenchirurgie höchstens ein Paar pro Jahr.
- Vergütet wird höchstens der Höchstvergütungsbetrag der MiGeL. Massanfertigungen werden nur bezahlt, wenn ein Serienstrumpf nicht passt.
Strümpfe zur Vorbeugung der Reisethrombose, Anti-Thrombose- und Stützstrümpfe unter Klasse 2 sowie Strümpfe für den Sport sind keine Pflichtleistung. Die MiGeL wird mehrmals pro Jahr angepasst. Angaben hier: Fassung vom 1. Juli 2026.
Kompressionsstrümpfe auf Langstreckenflügen
Das Risiko einer Reisethrombose ist geringer, als oft angenommen wird. Ab einer Flugdauer von vier Stunden ist es erhöht. Laut Luzerner Kantonsspital bekommen etwa 2 von 10 000 Passagieren eine Reisethrombose. Für Gesunde sind Kompressionsstrümpfe eine persönliche Abwägung. Bei Venenleiden, einer früheren Thrombose oder anderen Risikofaktoren lassen Sie sich vor der Reise ärztlich beraten. Wichtig sind zudem genug trinken, die Beine bewegen und alle ein bis zwei Stunden aufstehen.
Quellen
- BAG: Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL), Fassung 1. Juli 2026
- Universitätsspital Zürich: Chronische Wunden, Kompressionstherapie
- Universitätsspital Zürich: Krampfadern an den Beinen
- Universitätsspital Zürich: Thrombose
- Luzerner Kantonsspital: Thrombose und Fliegen
Abgerufen am 12. Oktober 2026.

