Kurz gesagt: Die Pille danach erhalten Sie in der Apotheke ohne ärztliches Rezept, nach einem vertraulichen Beratungsgespräch. Je früher Sie sie einnehmen, desto besser wirkt sie.
Ein Kondom ist gerissen, die Pille vergessen: Dann kann die Pille danach eine ungewollte Schwangerschaft verhindern. In der Schweiz erhalten Sie sie in der Apotheke, ohne ärztliches Rezept.
Ohne Rezept, aber mit Beratung
Die Pille danach wird in der Apotheke von einer Apothekerin oder einem Apotheker abgegeben, nach einem kurzen Beratungsgespräch. Sie müssen dafür persönlich in die Apotheke kommen. Im Gespräch werden die Risiken und die Eignung des Mittels für Sie abgeklärt. Das Bundesgericht hat 2024 bestätigt, dass die Abgabe den Apotheken vorbehalten bleibt.
Das Gespräch findet in einem separaten Raum statt. Ob eine Begleitperson dabei ist, entscheiden Sie selbst. Die Abgabe wird mit Ihren Personalien dokumentiert, eine anonyme Abgabe ist nicht erlaubt. Die Beratung ist aber vertraulich.
Bis wann wirkt die Pille danach?
In der Schweiz sind zwei Wirkstoffe zugelassen:
- Levonorgestrel: bis 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr
- Ulipristalacetat: bis 120 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr
Nehmen Sie die Pille danach so rasch wie möglich ein, denn ihre Wirkung nimmt mit der Zeit ab. Kein Mittel wirkt zu 100 Prozent. Welcher Wirkstoff für Sie passt, klären wir im Gespräch, denn zum Beispiel andere Medikamente oder eine laufende hormonelle Verhütung spielen eine Rolle.
Wie wirkt sie?
Die Pille danach verschiebt den Eisprung um mindestens fünf Tage. Nach dem Eisprung wirkt sie nicht mehr, und eine bestehende Schwangerschaft beeinflusst sie nicht. Sie ist deshalb keine Abtreibungspille.
Nebenwirkungen und was danach wichtig ist
- Die Pille danach ist in der Regel gut verträglich. Möglich sind eine früher oder später einsetzende Menstruation, Übelkeit und Schmierblutungen.
- Erbrechen Sie innerhalb von 3 Stunden nach der Einnahme, braucht es eine weitere Tablette.
- Bleibt die Menstruation 3 Wochen oder länger aus, machen Sie einen Schwangerschaftstest.
- Die Pille danach schützt nicht bei späterem ungeschütztem Verkehr im gleichen Zyklus und ersetzt keine regelmässige Verhütung. Sie schützt auch nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.
Kupferspirale: die wirksamste Notfallverhütung
Eine Ärztin oder ein Arzt kann bis 120 Stunden nach dem Risiko eine Kupferspirale einsetzen. Sie ist die wirksamste Notfallverhütung und schützt danach weiter vor einer Schwangerschaft.
Kosten und Jugendliche
Die Krankenkasse übernimmt die Notfallverhütung nicht. Sie bezahlen das Medikament und eine Gebühr für die Beratung direkt in der Apotheke. Auch urteilsfähige Jugendliche unter 16 Jahren haben das Recht auf die Pille danach. Die Apotheke darf die Eltern nicht ohne Zustimmung informieren und auch keine Einwilligung der Eltern verlangen.
Quellen
- Sexuelle Gesundheit Schweiz: Notfallverhütung
- IENK: Empfehlungen zur Abgabe der Notfallkontrazeption (Mai 2026)
- pharmaSuisse / IENK: Abgabe an unter 16-Jährige
- Bundesgericht, Urteil 2C_69/2023 vom 15. Oktober 2024
Abgerufen am 12. Oktober 2026.

